Übungsdienst zum Thema Kriegsmunition

Die Überbleibsel des 2. Weltkriegs sorgen auch über 70 Jahre später noch regelmäßig bei Rettungsdienst, Polizei, Feuerwehr, Kampfmittelbeseitiger und letztlich auch den Einwohnern der betroffenen Bereiche für Arbeit, Gefahr und meist hohe Kosten.

In den letzten Jahren war auch die Abteilung Freimann sehr stark in die Beseitigung von Weltkriegsmunition eingebunden. Neben dem regelmäßigen Fund von Fliegerbomben im Stadtgebiet, wo meist „nur“ eine mehrstündige Evakuierung der Bevölkerung notwendig ist ergab sich im Frühjahr 2017 der erste langwierige Einsatz für die Einsatzkräfte aus Freimann. Im Bereich Zwergackerweg am Kieferngarten wurden insgesamt mehr als 15 Tonnen Munition aus einem unterirdischen Löschteich entsorgt. Über Wochen war die Abteilung Freimann in die Evakuierungs- und Rückführungsaufgaben der Bevölkerung eingebunden. Im Jahr 2019 wurden im Bereich einer Baustelle erneut große Mengen Munition aufgefunden. Auch hier war die Abteilung Freimann erneut über einen Zeitraum von mehreren Wochen mit Evakuierungsaufgaben betraut. Der leidvollste Einsatz war im August 2020, wobei im Bereich eines kleinen Waldstücks die Überreste einer Phosphorbombe umgesetzt haben und hierbei einen Polizisten schwerste Verletzungen zugeführt haben. Die Abteilung Freimann sorgte hier in Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr München für Erkundungs-, Brandschutz und Löschmaßnahmen.


Die oben aufgeführten Beispiele zeigen, dass nach wie vor eine große Gefahr von Munitionsresten ausgeht. Um hier besser gewappnet zu sein, Gefahren zu erkennen, die richtigen Schlüsse aus Indikatoren zu ziehen und gleichzeitig ein tieferes Wissen über das Vorgehen von Sprengmeistern zu erhalten erhielt die Mannschaft der Abteilung einen umfassenden Unterricht zu diesem Thema. Andreas Drechsler, Sprengmeister beim Kampfmittelräumdienst GeoLog erläuterte anhand diverser Beispiele verschiedene Auffindesituationen von Granaten und Munition. Eindrucksvoll konnten verschiedene Zündmechanismen und Schutzeinrichtungen begutachtet werden. Im Anschluss an einen kurzen Unterricht wurden weitere Sicherheitsaspekte erläutert. Den Abschluss machte die Explosion eines Sprengmittels in einem Schutzkorb, wobei die enorme Wucht der Detonation eines Sprengkörpers die brachiale Zerstörungskraft eines vergleichsweise kleinen Sprengmittels zeigte. Anschließend konnten noch alle Fragen, die unter den Nägeln brannten an den Kampfmittelräumer gestellt werden.


Wir danken Andreas Drechsler und dem Kampfmittelräumdienst GeoLog sehr herzlich für den eindrucksvollen und sehr lehrreichen Unterricht!