200 Einsatzkräfte trainieren bei Katastrophenschutz-Großübung im Landkreis Starnberg

Am Samstag, den 17. Oktober übten rund 200 Einsatzkräfte gemeinsam mit mehr als 70 Darstellern, Kräften der Übungsleitung, Beobachtern, dem Sammelraumteam und dem Verpflegungszug bei einer groß angelegten Katastrophenschutzübung den Ernstfall.

Die Einsatzlagen

In Feldafing wurde der Brand eines Krankenhauses, ausgelöst durch Brandstiftung, simuliert. Insgesamt 24 Lebenddarsteller und zehn Übungspuppen stellten die betroffenen Personen dar. Für eine möglichst realistische Darstellung kamen zehn Nebelmaschinen, drei Stromerzeuger, 15 Rauchtöpfe, fünf Blitz-Bengalos, Knallkörper sowie Echtfeuer im Außenbereich zum Einsatz.

Darüber hinaus durften Türen gewaltsam geöffnet und Wasser innerhalb der Räumlichkeiten eingesetzt werden. Neun Übungsbeobachter begleiteten die Abläufe. Die Ortsfeuerwehr Feldafing war in das Szenario eingebunden und traf als erste Feuerwehr an der Übungslage ein.

In Krailling wurden parallel zwei weitere Szenarien dargestellt: ein Waldbrand sowie eine S-Bahn, die mit einem umgestürzten Baum kollidiert war. Im Zug befanden sich mehrere verletzte Personen, die gesichtet, medizinisch versorgt und aus dem Fahrzeug gerettet werden mussten.

Der zusätzliche Zeitdruck, der durch die zeitgleich eingespielte Lage des Vegetationsbrandes entstand, stellte den Einsatzleiter vor besondere Herausforderungen. Die Einsatzleitung wurde durch den Kontingentführer aus München wahrgenommen. Dadurch konnten mehrere unterschiedliche taktische und organisatorische Herausforderungen gleichzeitig trainiert werden.

Die Kreisbrandinspektion Starnberg war von Beginn an eng in die Planung eingebunden und unterstützte die Durchführung der Übung maßgeblich. Darüber hinaus wurde die Kreiseinsatzzentrale in Betrieb genommen, sodass auch die Führungs- und Koordinationsstrukturen auf Landkreisebene praxisnah erprobt werden konnten.

Vom Sammelplatz als Kontingent in den Landkreis

Neben den Einsatzlagen standen insbesondere die Führung größerer Kräfteverbände, die Kontingentverlegung und die Zusammenarbeit verschiedener Organisationen im Mittelpunkt.

Für die Durchführung wurden zwei Kontingente gebildet, die zunächst parallel zu den beiden Übungslagen ausrückten. Nach den jeweiligen Übungsabschnitten und der Verpflegung vor Ort tauschten die Kontingente ihre Standorte, sodass alle beteiligten Kräfte beide Szenarien durchlaufen konnten. Die Verlegung als geschlossenes Marschpaket war ein wesentlicher Bestandteil des Katastrophenschutzkonzepts.

Zum eingesetzten Kräfte- und Fahrzeugaufgebot gehörten zwei Drehleitern, zwölf Hilfeleistungslöschfahrzeuge (HLF), vier Katastrophenschutzfahrzeuge (Kat-S), zwei Drehleitern mit Korb (DLK), sechs Mehrzweckfahrzeuge (MZF), zwei Funkdienstwagen (FDW), zwei Gerätewagen Information und Kommunikation (GW-IuK), zwei Kräder sowie insgesamt 70 Pressluftatmer.

Drei Monate Vorbereitung

Die Katastrophenschutz-Großübung war das Ergebnis einer mehrmonatigen Planungsphase. Was am 16. Mai 2026 beim Blaulichttag am Odeonsplatz mit einem persönlichen Gespräch begann, entwickelte sich zu einer umfangreichen Großübung an zwei Standorten.

Die Idee entstand, als unser Fachbereichsleiter Ausbildung Matthias Hartje den Objektverantwortlichen einer größeren Liegenschaft in Feldafing kennenlernte. Da dort drei Gebäude zum Abriss vorgesehen waren, bot sich die Möglichkeit, unter realitätsnahen Bedingungen zu üben. Bei einer ersten Besichtigung am 25. Juni waren die Beteiligten sofort begeistert.

Im Juni wurde die Teilnahmebereitschaft der Abteilungen und Sondereinheiten abgefragt, wobei eine große Mehrheit ihre Teilnahmebereitschaft signalisierte. Auch die Sondereinheiten Information und Kommunikation (IuK), die Flughelferstaffel sowie die Verpflegungseinheit sagten ihre Unterstützung zu. Aufgrund der großen Zahl teilnehmender Kräfte wurde schnell deutlich, dass eine zweite Übungslage benötigt wurde. Dankenswerterweise konnte hierfür ein geeignetes Gelände in Krailling gefunden werden.

In den folgenden Wochen und Monaten wurden die Planungen intensiviert, was einen erheblichen Zeitaufwand und eine enge Abstimmung zwischen den Beteiligten erforderte. Parallel dazu wurden Verbindungen zum Rettungsdienst aufgebaut. Mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) konnte sprichwörtlich in letzter Minute ein weiterer wichtiger Partner für die Übung gewonnen werden.

Danksagung

Die Großübung verdeutlichte die Bedeutung einer sorgfältigen Vorbereitung, einer funktionierenden Einsatzorganisation und einer reibungslosen Zusammenarbeit über Landkreisgrenzen hinweg. Neben der Bewältigung der einzelnen Einsatzlagen standen insbesondere die Koordination und Verlegung größerer Kräfteverbände sowie die logistischen Abläufe im Mittelpunkt. 

Unterstützt wurde die Übung unter anderem durch die Kreisbrandinspektion und die Kreiseinsatzzentrale Starnberg sowie die Feuerwehren Feldafing, Krailling und Weßling, den ASB, DB-Notfallmanagern, eine professionelle Mimengruppe sowie das Lageteam der Feuerwehr Kaufbeuren. Vielen Dank für die professionelle Zusammenarbeit!

Ein besonderer Dank gilt auch allen beteiligten Abteilungen und Sondereinheiten, den Übungsdarstellerinnen und Übungsdarstellern und den Beobachtern. Insbesondere auch der Berufsfeuerwehr München für die Bereitstellung der Pressluftatmer, für die Unterstützung beim Sammelraum und die Koordinierung mit der Polizei.